Motorrad

Hier möchte ich ein wenig über mein Motorradleben berichten. Dies drohte mein erstes Hobby, die Fotografie, zu verdrängen, bis ich irgendwann feststellte das sich beides eigentlich ideal ergänzt. Mit einem Motorrad kann man nämlich wunderbar verreisen und neues erleben, wobei einem die fehlende „schützende“ Haut des geschlossenen Beförderungsmittels (Auto, Zug, Flieger usw.) eine besondere Empfindung der Umgebung vermittelt. Ähnliches fühlen wohl nur noch Cabriofahrer.

Auslöser dieser Motorradleidenschaft war Clint Eastwood in dem Film „Coogans Bluff“. Die Verfolgungsjagd mit alten Triumphs am Ende des Films hat mich doch sehr beeindruckt und so sah man mich kurz darauf mit dem geliehenen Mofa eines Freundes durch die Straßen des Briller Viertels knattern. Mann, das war was anderes als feuchten Fußes mit dem Fahrrad die Wuppertaler Topographie zu erleben und beim Erreichen seines Fahrzieles komatös über dem Lenker hängend einfach umzufallen.

Moby

Folgerichtig bekam ich im Jahre 1972 von meiner Großmutter mein erstes Mofa, eine Moby M1 geschenkt. Interessant das dies auch mein erstes Neufahrzeug blieb.

Es folgten nur noch sehr erlesene Stücke.

Typ155_010.1Mit freundlicher Genehmigung von www.victoria-oldtimer.de

blechbanane_klrest02Mit freundlicher Genehmigung von www.zweirad-union-mopeds.de

Eine Victoria 115, die Blechbanane. Der Raketenroller, wie meine Freunde lästerten. Ein sehr futuristisches Mokick der frühen 60er Jahre mit einem gebläsegekühlten sehr schwachbrüstigen Motor, der eingedenk der Wuppertaler Topographie durch ein Dreiganggetriebe in seinem Elan zusätzlich gebremst wurde. Das sämtliche Schraubverbindungen vermurkst waren und dadurch selbst ein Reifenwechsel zu einem abendfüllenden Programm wurde, war angesichts des rapiden Zahnausfalls im Primärtrieb uninteressant. Gott sei Dank fand sich eine treue Seele die den Rest brauchen konnte und so war sie weg!

Das obere Bild zeigt das Modell 155, welches meinem doch sehr gleich kommt. Wobei die, einem Ritterhelm ähnliche Verkleidung des Zylinders beim oberen Bild wohl nur angeschraubt war.

Den sehr guten Kettenschutz sah ich Jahre später in der Zeitung „Das Motorrad“ bei einer Beschreibung eines indischen Mopeds wieder.

Wie man unschwer erkennen kann habe ich aus meiner 50er Zeit keine Bilder (und so etwas bei einem Hobbyfotografen) was mich bewog im Internet nach Bildern zu suchen und so kommen die Verweise auf die Quellen zustande.

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Die Herkules Super4 mit einem großen, verchromten 17 L Tank und gebläsegekühltem Motor mit Vierganggetriebe wurde mein nächstes Fahrzeug und hier hatte ich einen guten Griff getan. Ein Verbrauch von 3 l auf 100km und eine grundsolide Technik haben mir ein Jahr lang viel Spaß bereitet. Die Bilder entstanden beim Oberhausener Veteranenmarkt.

1971rsMit freundlicher Genehmigung von www.kreidler-museum.de

Eine rote Kreidler Florett RS mit 5,8PS folgte, wurde aber bei mir nicht alt. Sie fuhr zwar recht gut, allerdings machte die hakelige Schaltung den guten Eindruck zunichte. Ich habe sie an einen Freund verkauft als ich bei unserem Vespa/MZ Händler etwas ganz tolles sah!

MZ

Eine MZ ETS 150! Der Wahnsinn, 11PS aus dreifachem Hubraum ließen die Fahrleistungen der Kreidler schnell vergessen! Da bewegte sich richtig was und auch mit 2 Personen war man schon recht flott unterwegs. Größere Touren entpuppten sich allerdings durch den 9 l Tank als ein gewagtes Unterfangen, denn die MZ brauchte 1:33 Mischung und offene Tankstellen waren im Deutschland der frühen 70er nachts eher selten und wenn, dann nur in großen Städten zu finden! Man mache sich mal den Spaß und mische 1:33 mit nicht verschließbaren Öldosen und einer Münzzapfsäule. Die heute gebräuchlichen Öldosen mit Schraubverschluß hätte ich mir damals wirklich gewünscht. Nach einem Jahr mit der Emme folgte ein recht schnelles Gerät.

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Die Yamaha DS7 mit ursprünglich 27PS aus 250ccm. Irgendjemand hatte sie mit einem RD250 Motor mit freigelegtem 6. Gang aufgewertet. Das lief und machte einen Höllenspaß. Der Serientank mit 11 l war aber nicht das gelbe vom Ei und deshalb spendierte ich dem Teil einen 17 l Tank der RD250 in blau. Das sah zwar nicht schön aus, war aber praktisch. Leider starb der Motor durch ewige Löcher im Kolben, was auf einen undichten Simmering auf der Kurbelwelle zurückzuführen war, welcher für die Trennung der Kubelgehäusehälften zuständig war. Also brauchte ich was neues und bekam von einem Freund etwas angeboten wo ich erst mal Bauchschmerzen bekam,

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Kawasaki Z900 A4 oder auch „Frankensteins Tochter“ genannt. Das waren 82 PS aus 900ccm, Leistung im Überfluß und auch das Fahrwerk war, mit ein paar Koni Stoßdämpfer aufgewertet, recht brauchbar und hatte mit der alten Z1 eigentlich nur die Optik gemein. Man hatte doch einiges verbessert. In der Praxis entpuppte sich dieses Motorrad als der Allrounder den ich mir gewünscht hatte. Auch lange Touren ließen sich relativ stressfrei bewerkstelligen. Das gute Stück besitze ich heute noch!

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Kawasaki GTR1000, im Ausland auch Concours genannt, lief mir 2009 zu und wird heute häufiger bewegt das sie als echte Tourenmaschine echte Vorteile bietet. Der 28l Tank sei da mal exemplarisch erwähnt!

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Mit freundlicher Genehmigung von: http://home.tiscali.nl/~jahstof/aermacchi1

An dieser Stelle muß auch mal erwähnt werden, das meine liebe Ehefrau Heike auch ein Motorrad besaß und dieses auch sehr eifrig bewegte. Es handelte sich um eine AMF Harley-Davidson SST 250. Diese kleine Maschine glänzte mit einem ruppigen aber kräftigen Zweitaktmotor mit 20PS und einem hervorragenden Fahrwerk. Die Sitzbank bestach mit der Ergonomie eines Grabsteins und lud spätestens alle 100km zu einer ausgedehnten Pause ein. Die Ersatzteilpreise orientierten sich an Harley-Davidson, was einen Kettensatz teurer machte als an meiner Z900 und so wurde die kleine Harley irgendwann verkauft.

 

Meine Gespanne

Im Jahre 1978 kaufte ein Freund eine BMW R51/3 mit Steib LS200. Irgendwie war er auf den Geschmack gekommen und so ein Gespann hat ja auch den Vorteil das man bei winterlichen und herbstlichen Wetterkapriolen nicht trocken und warm, aber sicher durchs Land kommt.

Dies erkannte ich auch und angesichts der Tatsache das ich immer noch keinen Autoführerschein mein Eigen nannte, ich aber andererseits jeden morgen 14km nach Velbert zum Dienst fahren durfte, fasste auch ich den Entschluß, her mit so einem Dreirad.

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Eine BMW R51/3 war schnell gekauft und auch ein Steib S500 fand sich noch und schon war auch ich im Winter mobil, denn der erste Winter mit der Kawasaki war nicht so prickelnd gewesen und 250kg Motorrad in mehr oder weniger geordneten Fahrzuständen hatten mir früh die Lust am „Wintersport“ ausgetrieben.

Nachdem Motorrad und Seitenwagen mit viel Schweiß, Flüchen und geballtem Fachwissen meiner Freunde zusammengebaut und eingestellt waren, stellte ich fest das ein Gespann mit einem Motorrad nur die Äußerlichkeiten gemein hat. Nachdem ich unplanmäßig diverse Zäune, Gehsteige und auch einen Straßenbahndamm „erkundet“ hatte, lief es dann irgendwann rund und ich hatte viel Spaß in jederlei Hinsicht mit der Kuh. Nach dem Winter und einem Motor weiter hatte ich allerdings genug von meinen ewig schwarzen Ölfingern und ich verkaufte die Baustelle. Der Gespannbazillus war allerdings weiter aktiv und so kaufte ich im nächsten Winter

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Die BMW R50 mit Steib S500 und das war schon etwas ganz anderes. 15“ Räder mit einigermaßen brauchbaren Bremsen waren schon ein Fortschritt. Der Beiwagen, ein Steib S 500 ohne Raddämpfung und das Boot nur in Zugfedern gehalten. Das ergab ein Fahrverhalten, von dem ich heute errötend schweige! Hinterrad sowie am Beiwagen ein Lloyd 15″ Scheibenrad mit R75/5 Trommelbremse. Der Beiwagen ungebremst.

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R75/6-TR500NB5 Nach 12 Jahren wurde mir die Fahrerei mit dem über 40 Jahre alten Rahmen der R50 zu „heiß“ und ich wechselte auf einen R65 Rahmen mit 75/6 Technik und als Seitenwagen meinem TR 500 Nachbau mit Boot 5.


 

 

 

 

 

 

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